Samstag, 14. März 2009

Kafka: Die Vorüberlaufenden (Reportage)

23.00 Uhr, am Samstag. Man läuft von der Stadt gerade nach Hause. Wer ist dieser dunkle Mann, der vorbeiläuft? Eine kleine Gruppe von Neonazis schielt hinter der Mauer hervor. Man hört Schreie. Soll man nachsehen und helfen?
Fakt ist, in 90% der Überfälle, die in der Nacht geschehen, wird nicht eingegriffen, obwohl Außenstehende anwesend wären. Doch woher kommt diese fehlende Zivilcourage?
Die Nazis schreiten auf den schwarzen Mann zu, zingeln in ein. Sie beleidigen ihn und spucken ihn sogar an. Er tut einem Leid, aber man traut sich nicht zu helfen. Lieber weitergehen, nichts damit zu tun haben.
Der größte Grund des Ignorierens ist wohl die Angst miteinbezogen zu werden. Trotzdem, nach Umfragen, würden nach der genannten Szene 74% eigreifen wollen. Das widerspricht sich. Den Menschen ist die Angst der Gefahr erst vor Ort bewusst. Die Lösung des Problems: Ein einfacher Griff zum Handy, die Nummer der Polizei, und weder das Opfer, noch man selbst stehen lange in Gefahr.

Gedichtinterpretation „Stufen“

Hermann Hesse, der 1877 in Calw geboren ist, strebte sein gesamtes Leben nach Selbstverwirklichung und Autoreflexion. Das Gedicht „Stufen“, welches er 1941 nach einer langen Erkrankung schrieb, trifft seine Lebenseinstellung sehr exakt. Ursprünglich nannte er es auch „Transzendieren“, damit meinte er in einen neuen Lebensabschnitt zu „transzendieren“. Ich betrachte das Gedicht so, als diene jeder Lebensabschnitt seinem Zweck und hätte auch seine Berechtigung. Aber man sollte sich auch verabschieden können, nicht an der Jugend oder einer anderen Lebensphase festhalten. Immer wieder neu anzufangen ist möglich und sogar notwendig.
Ich habe das Gedicht in drei Strophen unterteilt, weil der Dichter in den ersten acht Verszeilen allgemein über die Lebensabschnitte schreibt, weil er sich in der zweiten Strophe an „uns“ Menschen wendet und weil er seine Gedanken in den letzten acht Versen nochmals bestärken möchte. Ich habe kein bestimmtes Reimschema entdeckt, außer ein umarmender Reim (abba) in der zweiten so wie in der dritten Strophe, und ein Kreuzreim (cdcd) in der Dritten. Das Gedicht besteht aus einem regelmäßigen Versmaß, nämlich einem fünf-hebigen Jambus. Es weist auch viele Enjambements auf, die vor allem in der ersten Strophe zu sehen sind.
Nun komme ich zur ersten Strophe, die aus zwei Hypotaxen besteht. Adjektive gebraucht der Dichter auffällig wenig, doch das Pronomen „jede“ auffällig oft. Folglich sind die Alliteration des „j“ und die Assonanz des „e“ sehr ausgeprägt. Die erste Strophe weist auf viele Inversionen wie „blüht jede Lebensstufe“, „Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend“, und „Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe Bereit zum Abschied sein und Neubeginne“ hin. Der Dichter verwendet in jeder zweiten Zeile Enjambements, was zu einem sehr flüssigen Lesetempo führt. Die Metaphern „Blüte“, das „Blühen“ und „Welken“, die hier mit dem Altern und Entwickeln verglichen werden, prägen die ersten Verse. Auch der Parallelismus ist in diesen Zeilen sehr auffällig. „Wie jede Blüte welkt und jede Jugend Dem Alter weicht…“. So fand ich auch Antithesen wie „Wie jede Blüte welkt und jede Jugend dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe, …“ und „Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe Bereit zum Abschied sein und Neubeginne“. Die Akkumulation „Lebensstufe“, „Weisheit“ und „Tugend“ verweist hier auf alles was im Laufe des Lebens „blüht“. Der Dichter gebraucht das Kompositum „Lebensruf“ als Metapher für eine Daseinsaufforderung.
In der zweiten Strophe entdeckte ich eine Hypotaxe und eine Parataxe. Hesse gebraucht wiederum mehrere Pronomen, doch dieses mal hauptsächlich in Bezug auf „uns“, weil er sich wohl systematisch an uns Menschen wenden möchte. Grammatikalisch auffällig ist auch die Inversion „Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen.“. Da die erste Strophe voll von Enjambements ist, doch in der zweiten kein einziges zu finden ist, wird das Lesetempo hier etwas gebremst. Hervorstechend im Bereich des Klanges ist die ausgeprägte Assonanz des „es“, sowie im letzten Teil des „us“. Die Akkumulationen „…fesseln uns und engen“ und „heben, weiten“, welches auch ein Asyndeton ist, betont was das Kompositum „Weltgeist“ will. Zudem ist „Weltgeist“ auch noch ein Symbol, das für den Sinn des Lebens steht.
Sowie die zweite Strophe, besteht auch die dritte aus einer Hypotaxe, gefolgt von einer Parataxe. Hier stehen wieder mehrere Adjektive, bei denen der Dichter in der zweiten Strophe eher gespart hat. Doch auch sind mir wieder die Pronomen, die an „uns“ gerichtet sind, aufgefallen. Hesse hat sich in dieser letzten Strophe reichlich mit Inversionen bedient, wie zum Beispiel: „Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise“ oder „Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde Uns neuen Räumen jung entgegensenden“. Der einzige Imperativ, befindet sich in der letzten Verszeile „Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!“. Im Bereich der Assonanz ist mir wiederum das e aufgefallen, das sich bis zum Schluss durchzieht. Mit der Litotes „Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.“, möchte der Dichter betonen, wie wichtig es ist neu anzufangen. Auch die Akkumulationen „Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise Und traulich eingewohnt,…“ und „Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise“ verstärken diese Gedanken. Ansonsten fand ich noch eine Antithese: „Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen“ Das Kompositum „Lebenskreise“ sehe ich wie als „Stufe“, also wie einen Lebensabschnitt. Die wohl bekannteste Metapher „Herz“ steht hier für die Seele, die Psyche jedes Menschen selbst. „Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!“ Hesse betont hier ein letztes Mal die Hypothese seines Gedichtes.
Das Gedicht handelt von den verschiedenen Lebensabschnitten, man sollte seiner Jugend nicht nachtrauern, jeder Neuanfang ist wichtig und hat einen Zauber in sich. Diese Verse haben mich wirklich zum Nachdenken angestoßen. Solche Ansichten hatte ich nie vom Leben, dass der „Wechsel auf eine neue Stufe“ wirklich so wichtig ist. Wohl auch, weil ich erst so jung bin. Ich verstehe das Gedicht so, dass die Lebensstufen gleichermaßen immer höher werden, und der Mensch selbst dadurch auch immer weiser. Viele haben Angst älter zu werden und vergessen so, wie bedeutungsvoll das Altern doch wirklich ist.
Abschließend möchte ich noch wiederholen, dass dieses 3-strophige Gedicht aus vielen Akkumulationen besteht, bei denen Hermann Hesse auf die Intensität seiner Gedanken weisen möchte. Auf klanglicher Ebene ist nicht nur das Pronomen „jede“, das sich oft wiederholt wichtig, sondern auch die Assonanz des „es“. Durchgehend ist der Text von Metaphern und Antithesen zu den Themen Abschied und Neubeginn geprägt. Beispielsweise die Metapher der „Blüte“, sie lädt schon im ersten Vers zum Lesen des gesamten Gedichtes ein.

Sonntag, 21. Dezember 2008

Strafe und Disziplin

1. Definitionen:
Strafe:
Sanktion gegenüber normverletzendem Verhalten; psychische/physische Strafen; der Begriff ist oft negativ besetzt
Disziplin:
Befolgen von Geboten und Verboten, Unterordnen einer Autorität
2. Absätze:
Umschreibung:
Die Begriffe „Strafe“ und „Disziplin lassen sich sowohl durch Metaphern, als auch Vergleiche gekonnt umschreiben.
Beispiele:
Es gibt neben psychischen Strafen, auch Physische, die weitaus weniger sinnvoll erscheinen.
Synonyme:
Jede Menge Synonyme für „Strafe“ existieren, angefangen von Abrechnung bis Zwangsmaßnahme.
Antonyme:
Auch mindestens so viele Antonyme, wie Synonyme zu „Strafe“ sollten unseren Wortschatz beherrschen.
Funktionsbeschreibung:
In erster Linie soll Strafe, so wie Disziplin den Maßnahmen im Bereich der Erziehung (auch Rechtswissenschaften, Psychologie, etc.) dienen. Eine Strafe ist eine Sanktion gegenüber normverletzendem Verhalten der Kinder bzw. Schüler. Dieser aggressive Akt der Autoritätsperson gegenüber dem Zögling soll zu dessen Einsichtigkeit von unangemessenem Verhalten führen, sowie die Wahrscheinlichkeit einer Wiederholung dieses Verhaltens stark mindern. Zweifel an Ausführungen der Strafe wurden erst in jüngster Zeit geäußert. So lehnt vor allem die auf Menschenrechte basierte Pädagogik die Strafe ab, weil sie die Identität und das Selbstbestimmungsrecht des Kindes stark beeinträchtigt.
Über- und Unterbegriffe:
Die Über- und Unterbegriffe von „Strafe“ und „Disziplin“ spannen sich über Bereiche wie Schule, Sport, und Rechtswissenschaften.

Dienstag, 16. Dezember 2008

Fachaufsatz „Die Räuber" - Friedrich Schiller

Das Drama „Die Räuber wurde um 1780 von Friedrich Schiller geschrieben. Schiller war damals sehr geprägt von den Gedanken des Sturm und Drangs. Der Sturm und Drang fand dessen Höhepunkt in der Aufklärung. Ein wesentliches Merkmal war, dass das Universalgenie- in diesem Falle Karl von Moor- über dem Tyrannen- Franz, sein Bruder- steht. Im Folgenden werde ich das Bild der Tyrannei und das Bild der damaligen Gesellschaft, wie es im Werk entworfen wird, wie aktuell beides in der heutigen Zeit erscheint, und meinen größt-hinterlassenen Eindruck erörtern.

In diesem Werk ist Franz genau jene Art von Tyrann, wie die Vorstellung von jenen in der Zeit des Sturms und Drangs war. Schon im ersten Akt der ersten Szene fällt er als Intrigant auf. „Schändlicher, Dreimal schändlicher Karl! […]“ (1., 1., S.11) Hier macht er seinen Bruder Karl vor Maximilian, dem Vater schlecht. Er erwähnt auch, dass Karl sich schon als Kind schändlich verhalten habe. Nun überredet er Maximilan Karl einen Brief zu schreiben und nutzt das schamlos aus. „Darum [wegen Maximilians Krankheit] wird’s besser sein, Ihr überlasst das Schreiben mir.“ Nun möchte Franz auch Amalia, die Geliebte von Karl, auf seine Seite zeihen, und schreckt vor Lügen nicht zurück. „Freilich nun, wie kann ein Jüngling [Karl] den Reizen einer Metze Widerstand tun?“ In der darauf folgenden Szene überredet er Hermann, der sowieso mehr von Franz als von Karl hält, Maximilian die Nachricht zu überbringen, dass Karl gestorben sei. „Höre dann, Hermann! […] – kleide dich um- mach dich ganz unerkenntlich, laß dich beim Alten melden […] hättest ihn [Karl] auf der Wahlstatt den Geist aufgeben sehen.“ (2., 1., S.44) Als Maximilian aus Schreck über der Botschaft, sein geliebter Karl sei gestorben, angeblich selbst stirbt, jubelt Franz darüber, dass er nun der Herr sei. „Franz hüpft frohlockend herein. FRANZ. Tot! schreien sie tot! Itzt bin ich Herr.“ (2., 2., S.54) Nun da Franz der Herr über das Schloss ist, möchte er Amalia zu seiner Gatten nehmen. Sie aber weigert sich, und er droht ihr sie in ein Kloster zu schicken, oder sie als Mätresse zu benutzen. „FRANZ. Franz, der Beneidete, der Gefürchtete, erklärt sich freiwillig für Amalias Sklaven- AMALIA. […] Du hast meinen Geliebten ermordet, und Amalia soll dich Gemahl nennen! du-“ (2., 1., S.77) Doch im 5. Akt überkommen Franz Zweifel. Er möchte sich davon überzeugen, dass er für seine Sünden nicht büßen muss, und lässt einen Pater kommen, um ihm zu beweisen, dass Gott nicht existiert. Er scheitert jedoch. „MOSER. Vatermord heißt die eine [Sünde], Brudermorde die andere- Was macht Euch auf einmal so bleich?“ (5., 1.) Schließlich aber erdrosselt sich Franz aus Angst vor den Konsequenzen seiner Handlungen.

Nun werde ich erklären wie die damalige Gesellschaft dargestellt wird, Die Verehrung des Vaters hatte damals einen sehr hohen Stellenwert. So gründet Karl die Räuberbande, weil er denkt, dass er nie u seinem Vater zurückkehren kann.
„MOOR. Warum ist dieser Geist nicht in einen Tiger gefahren, der sein wütendes Gebiß in Menschenfleisch haut? Ist das Vatertreue? Ist das Liebe für Liebe? Ich möchte ein Bär sein, und die Bären des Nordlands wider dies mörderische Geschlecht anhetzen – Reue, und keine Gnade! – Oh ich möchte den Ozean vergiften, daß sie den Tod aus allen Quellen saufen! Vertrauen, unüberwindliche Zuversicht, und kein Erbarmen!“ (1., 2.)
Auch Schwüre hatten eine große Bedeutung. So ist Karls Schwur, die Räuber niemals zu verlassen wichtiger, als die Liebe zu Amalia. Amalia ist eine sehr charakterstarke Frau, denn sie widersteht Franz und wartet nach Jahren immer noch auf ihren Geliebten Karl. Sie schwelgt in Erinnerungen an ihn. „AMALIA. […] In eben dieser Laube beschwur er [Karl] mich, keiner andren Liebe […]“ Ein positiver Charakter ist auch Daniel, der in seinen moralischen Vorstellungen in einem inneren Konflikt zwischen Gehorsam gegenüber dem Herrn (Franz) und der christlichen Pflicht steht.

Im Gegenzug dazu werde ich nun diese Werte in der heutigen Gesellschaft erörtern. Vater- und Bruderliebe würde heutzutage niemals so ernst genommen werden, dass der Sohn zum Verbrecher wird, nur weil ihn der Vater nicht mehr liebt. Ausgenommen in der Kriminalliteratur. Auch Schwüre werden einfach nur dahingesagt, um etwas zu bestärken, aber sicher nicht um diesen oder jenen Schwur das restliche Leben einzuhalten. Amalia würde in der Zeit der Emanzipation wohl mehr als naive Frau mit unverrückbarem Glauben an Karl angesehen werden. Charaktere wie Daniel würden zwar in Bezug auf sein moralisches Handeln als positiv eingeschätzt werden, aber auch als ein wenig altmodisch und sehr religiös.

In diesem Zusammenhang hat Karl bei mir den größten Eindruck hinterlassen. Aus Verzweiflung darüber, nie mehr zum Schloss zurückkehren zu können, gründet er die Räuberbande. Er raubt und mordet sogar, doch seine „Robin Hood“- Ideologie gefällt mir. Sein schlechtes Gewissen übertrumpft ihn wegen den Kranken, Alten und Kindern, die die Bande ermordet hat, um Roller zu retten. In diesem ganzen Tumult lässt ihn seine Liebe zu Amalia nicht los, und er möchte eigentlich so gerne zum Schloss zurückkehren, um sie zu heiraten. Seine Moralvorstellungen in Bezug auf Bruderliebe sind ebenfalls sehr beeindruckend. Auch nachdem er auf Franz’ Betrug draufgekommen ist, würde er ihn nie ermorden.

Schlussendlich möchte ich erwähnen, dass Franz absolut dem Tyrannenbild im Sturm und Drang entspricht, dass sich unsere Moralvorstellungen bis heute so gravierend geändert haben, dass es fast scheint, als hätten wir Keine, und dass Karl damals wie heute sehr beeindruckend wirkt.

Dienstag, 28. Oktober 2008

Wahlkampf der Nationalratswahl 2008

„Es reicht!“, so wurde der Wahlkampf der Nationalratswahl 2008 von Wilhelm Molterer eingeleitet. Der ÖVP-Chef zeigte sich letzten Juli sichtlich genervt von seinem Koalitionspartner und im Speziellen vom EU-Schwenk der SPÖ, die in einem Leserbrief an die Kronen-Zeitung eine Volksabstimmung in EU-Fragen gefordert hatte. Die Arbeit der Regierung war in den letzten eineinhalb Jahren stagniert. Ein unerträglicher Hickhack hatte jegliche Erneuerung blockiert. Daher stellte Wilhelm Molterer den Antrag einer Neuwahl.

Von diesem Wahlkampf sind mir einige positive und einige negative Eindrücke geblieben, die ich an den Beginn meines Aufsatzes stellen will. Schon in der Hauptschule zeigte ich politisches Interesse, welches stetig wuchs und einen ersten Höhepunkt am 28. September 2008 erreichte. Das war der Tag der Nationalratswahl, an dem ich erstmals wählen durfte. Schon lange vorher beobachtete ich die Informationen aller Zeitungen, die ich in die Hände bekam, aller sonstigen Medien und Wahlplakate, die ich sonst zu Gesicht bekam, mit großem Interesse. Mir gefiel, wie Werner Faymann schon vor der Wahl für Maßnahmen gegen die Teuerung gekämpft hat. Das sollte zeigen, dass der Sozialdemokrat sich möglichst schnell und innovativ für die Österreicher einsetzt, und dass man seinen Wahlversprechen Glauben schenken kann. Er stellte sich dadurch als ein Politiker mit Durchsetzungskraft dar, anders als sein Vorgänger Gusenbauer, dessen Glaubwürdigkeit nach der Wahl 2006 sehr gelitten hatte. Auf den Wahlplakaten schien mir Faymann auch ein reifer und entschlossener Politiker zu sein, der von nun an Österreich in eine soziale und reformierte Zukunft führen wollte. Das Spotten über das berühmte Faymann-Grinsen, worüber sich manche Lesebriefschreiber und politisch anders Denkende genervt zeigten, konnte ich nicht nachvollziehen. Mir gefiel sein „Smile“.

Eher angewidert hat mich der rechtspopulistische Wahlkampf der beiden Parteien FPÖ und BZÖ. Insbesondere Heinz Christian Strache, der Spitzenkandidat der FPÖ, reduzierte alle Probleme unseres Landes auf die Ausländer und die EU. Seine Plakate fielen auf durch die Wörter „Heimat“, „wir“ und „Österreich“. Meiner Meinung nach hetzen die provozierenden Sprüche nur verschiedene Gruppen aufeinander.

Schlimm fand ich auch, als ich kurz vor den Wahlen einen persönlich adressierten Brief der FPÖ bekam, Wahlwerbung halt, mit einem Bild Straches, das sehr an Che Guevara erinnert. Da sind im wahrsten Sinn Welten dazwischen.

Fast genau so nationalistisch wirkten die Plakate des BZÖ. Dessen Spitzenkandidat Jörg Haider gab sich zwar sehr staatsmännisch, aus der Vergangenheit weiß ich aber, dass seinen Aussagen wenig Glauben geschenkt werden kann. Sein früherer Parteifreund und nunmehrige Kontrahent Strache nannte ihn im Wahlkampf immer wieder „Politclown“. Und er kennt ihn wahrscheinlich sehr gut.

Die Grünen sprachen mich als einzig wirkliche Jugendpartei an. Vor allem mit Van der Bellens ruhiger und ehrlicher Art, wie es auch auf den Plakaten suggeriert wird, gewann diese Partei meine volle Sympathie. Man hatte das Gefühl, jedes seiner Worte ist ehrlich und wohl überlegt. Niemals kam ihm ein sogenannter „Politsprecher“ über die Lippen.

Anders die ÖVP, sie hat meine „jungen“ Interessen in keiner Weise geweckt. Die Wahlplakate wirkten auf mich fad, und die Themen basierten oft auf Wirtschaftsfragen. Ich weiß natürlich, dass das bedeutend ist. Trotzdem brennen in meinem Herzen andere Interessen, was mir als Jugendliche meines Erachtens auch zusteht.

Das Thema Teuerung hat den Wahlkampf dominiert. Natürlich sind mir Maßnahmen dagegen wichtig. Aber mindestens genau so bedeutend sind für mich die Themen Bildung, Umwelt und Frauen, weshalb ich finde, dass ihnen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollen hätten. Ich möchte kurz erklären, was mir hier am Herzen liegt. Ein wichtiges Thema für mich ist die Gesamtschule aller Sechs- bis Fünfzehnjährigen, die nach all den vielen Jahren konservativer Bildungspolitik noch immer nicht realisiert ist. Interessanterweise war Österreich eines der ersten Länder, die dieses Thema auf den Tisch brachten, aber eines der letzten Länder, die es noch nicht durchgesetzt haben. Die Gesamtschule würde die Entscheidung darüber hinausschieben, welcher Bildungsweg der Richtige ist, was eine große Erleichterung für Kindern und Eltern wäre. Sie sollte auch für Chancengleichheit und für mehr Integration und Toleranz zwischen den Schülern sorgen. Die Studiengebühren gehören ebenfalls abgeschafft, damit jedermann, egal aus welcher Bevölkerungsschicht, zu seinem Berufsziel kommt. Denn Bildung sollte keine Herkunftsfrage sein.

Wichtig ist mir auch die Umweltpolitik. Eine ausgezeichnetes Signal an die Umwelt wären die „Gratis Öffis“ für ganz Österreich. Das wäre nicht nur ein verlockendes Angebot für Autofahrer, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen und somit die Umwelt zu schützen, sondern auch für die Schüler, Studenten und anderen Pendlern, um deren Geldbörse zu schonen. Auch der Umstieg von Gas beziehungsweise Öl auf Pellets und alternative Energiequellen wäre förderungswürdig und Ziel führend für eine vorbildliche Umweltpolitik Österreichs.

Als Frau sind mir schließlich auch Frauenthemen ein Anliegen. Frauen sind im 21. Jahrhundert immer noch benachteiligt, besonders im Berufsleben. Überproportional viele Frauen arbeiten Teilzeit, verdienen weniger und sind stärker von Armut betroffen, heißt es in einem Bericht der EU-Kommission. Alle Fragen der Gleichstellung und Chancengleichheit von Frauen und Männern müssten thematisiert und dringend werden. Betreuungseinrichtungen für Kinder müssen weiter ausgebaut werden ebenso wie die Verantwortung der Männer für Haushalt und Kindererziehung.

Viele sprechen momentan von der so genannten Politikverdrossenheit und Wahlmüdigkeit. Bei der Nationalratswahl 2006 waren die Nichtwähler theoretisch sogar die drittstärkste Partei. Immer wieder hört man Sprüche wie „Die machen doch eh, was sie wollen.“ oder „Die lügen dich ja sowieso nur an.“ Doch ist es wirklich so dramatisch? Ich bin der Meinung, dass Politikverdrossenheit viel zu groß geschrieben wird. Ich denke, für viele Menschen gehört es zum Ritual, allgemein über Politik zu schimpfen. Es entbindet sie der Verpflichtung, öffentlich zu ihrer Meinung stehen zu müssen. Man kann sich viel leichter hinter solchen Floskeln verstecken.

Und außerdem: Gehört es nicht auch zu einer Demokratie, die Freiheit zu haben, sich nicht um Politik zu kümmern? Nach einer IFES- Studie kann die Politikverdrossenheit ohnehin nicht so verbreitet sein. So geben 82% an, dass Politik gesellschaftlich wichtig ist, und nur 6% sehen darin keine Notwendigkeit für ein Zusammenleben.

Trotzdem müssen Politiker versuchen, das Vertrauen der Menschen (wieder) zu erlangen. Sie sollen den Menschen unseres Landes ihr Verhalten bei Abstimmungen genauer erklären und mit ihren politischen Gegnern anständig und respektvoll umgehen. Wir haben sie gewählt. Sie leben von unserem Geld. Sie sind uns etwas schuldig.

Wie schon erwähnt, prägte vor allem die Intention gegen die Teuerung den Wahlkampf. Natürlich ist es das populistische Thema schlechthin, denn die Inflation betrifft alle, jede Bevölkerungsgruppe. Andererseits „vergaßen“ die Parteien, dass auch bei vielen anderen Themen Reformbedarf besteht. Eine Gesundheitsreform, wäre dringend notwendig, bevor die Kassen Pleite gehen. Auch eine Staats- und Verwaltungsreform, die finanziellen Raum für die nächste Steuerreform lassen würde, wären nicht weniger wichtig.

Schlussendlich möchte ich noch erwähnen, dass mich der Wahlkampf 2008 vom Anfang bis zum Wahltag sehr mitgerissen hat. Doch bin ich jetzt froh, diese aufregende Sache vorläufig abhaken zu können, obwohl die Koalitionsverhandlungen auch recht spannend sind. Aber das ist ein anderes Thema.

Dienstag, 3. Juni 2008

Gedichtinterpretation "Abend" von Andreas Gryphius

Das Sonett "Abend" von Andreas Gryphius wurde im Barock geschrieben. Das Thema ist "memento mori", das grundlegend an den Tod und alles Schlechte erinnert. Sonette erkennt man an einer bestimmten Strophenform, nämlich dass die ersten beiden Strophen zwei Vierzeiler sind, und die letzten beiden zwei Dreizeiler sind. So ergeben sich immer insgesamt 14 Zeilen. Das Reimschema besteht in den Quartetten jeweils aus einem umarmenden (abba) Reim, und in den Terzetten aus ccd, beziehungsweise aus eed. Beim Metrum erkennt man deutlich, dass es sich um einen Alexandriner handelt, also um einen 6-hebigen Jambus mit einer Zäsur nach den dritten Takt. So ergibt sich auch die Regelmäßigkeit im Metrum. Stilistisch auffällig sind die vielen Imperative, vor allem in den Terzetten. Aber dazu werde ich später noch einmal kommen.
Inhaltlich fasse ich die ersten beiden Strophen zusammen, da sie großteils vom Alltag im Barock handeln. Auch sieht man hier das Elend im Leben der Leute im Barock. Klanglich sind viele Assonanzen zu erkennen. Vor allem in der zweiten Strophe bei "Gleich wie dies Licht verfiel, so wird in wenig Jahren... Ich, du, und was man hat, und was man sieht, hinfahren" sind die vielen "i's" auffällig. Von der Rhythmik her, wie schon erkannt, wird hier ein Alexandriner verwendet, mit Zäsuren nach jeweils drei Takten in jeder Zeile. In der ersten Strophe habe ich den Imiperativ "Wie ist die Zeit vertan!" gefunden, welche aber in den Terzetten viel ausgeprägter sind. Dieser Ausrufesatz ist jedoch mehr eine Wehklage, und zeigt, dass die Menschen nicht glücklich sind. In der zweiten Strophe sieht man noch "Gleich wie dies Licht verfiel", als Vergleich, dass "Ich, du, und was man hat", sterben werden. Eine Metapher erkenne ich an: "Der Port... zu der Glieder Kahn." Den Port sehe ich als Tod und den "Glieder Kahn" als Weg dorthin.
Nun möchte ich inhaltlich die letzten beiden Strophen zusammenfassen. Hier wendet sich der Dichter an Gott und bittet ihn um RUhe und Frieden nach seinem trostlosen Leben. Klanglich sind auf jeden Fall weiter "i"- Assonanzen wie bei den Quartetten auffällig. Vom Metrum her ist immer noch der Alexandriner erkennbar. In der dritten Strophe findet sich schon ein Klimax, nämlich "nicht Ach, nocht Pracht, nicht Lust, nicht Angst,.." In dieser Strophe finden sich auch noch viele Ausrufesätze, bei denen der Dichter Gott um Frieden nach dem Tod bittet. Diese sind auch mit der Anapher "Laß.." gekennzeichnet. Bei "... der müde Leib, entschläft,..., der letzte Tag widr mit mir Abend machen,.." erkennt man Euphemismus für "sterben". Verschiedene Metaphern habe ich darin auch gefunden. Wie zum Beispiel das "Tal der Finsternis", als das Leben nach dem Tod, wie die Hölle oder das Fegefeuer.
Persönlich gefällt mir dieses Sonett sehr. Es berührt mich, wie schrecklich das Leben im Barock sein gewesen muss, wie der Dichter es beschrieb. Schlussendlich habe ich das Gedicht in zwei inhaltliche Teile geteilt. Im ersten Teil werden die Gedanken und die Situation im Barockzeitalter beschrieben, und im Zweiten, den Wunsch um Frieden nach den Tod.
Ich denke in Europe in der heutigen Zeit spielt dieses Sonett keine große Rolle. Jedoch in verschiedenen Kriesenregionen, wie der Irak, Tibet, oder Burma würden sich heutzutage vielleicht schon viele damit identifizieren können.

Montag, 26. November 2007

Was tun gegen Komasaufen?

Durch die erschreckenden Ergebnisse der jüngsten Sauf-Statistik, plädiert die Bundesdrogenbeauftragte Bätzing für staatliche Testkäufer. Während früher Heroin „beliebter“ bei den Kids war, spielt heute Alkohol die große Rolle. Der Psychiater Oliver Bilke sagt:“ Die Tendenz geht zu Drogen, die sich gut in das Leben der Jugendlichen integrieren lassen.“ Das Heroin wirkt für die Teenager eher abschreckend, deshalb greifen sie lieber zur Flasche. Für Bätzing besteht so dringenden Handlungsbedarf. Jugendliche Testkäufer- mit den Bedingungen, dass sie 16 Jahre alt, und von einer Behörde betreut sein sollen- herausfinden, ob sich die Verkäufer an das Gesetz halten und ihnen Alkohol ausschenken. Die bisherigen Einsätze waren erfolgreich, insbesondere wenn die Presse etwas darüber veröffentlichte. Bereits ein Prozent der Elfjährigen trinkt einmal in der Woche Alkohol. Auch die Mädchen greifen öfter zur Falsche als früher, und insgesamt kippt sich ein Viertel der Pubertierenden circa einmal im Monat zu. Dennoch hält Bätzing nichts von einem kompletten Alkoholverbot für Teenager. Sie müssen einfach lernen mit Alkohol verantwortlich umzugehen; dabei spielen die Erwachsenen eine beträchtliche Rolle, denn was die Älteren tun, wird von den jungen Leuten nachgemacht. Und wer zahlt die Rechnung für den übermäßigen Alkoholkonsum? Der Staat nimmt etwa 3,3 Milliarden über Alkholsteuern ein, doch die Kosten liegen im Vergleich viel höher, nämlich bei 19 Milliarden Euro.

Ich schließe mich der Meinung der Bundesbeauftragten Bätzing an. Der Alkoholkonsum sollte nicht komplett verboten werden. Einerseits ist bei vielen Teenagern „der Reiz des Verbotenen“ zu groß, weshalb sie unter diesen Umständen noch viel eher zur Flasche greifen würden. Andererseits können die Jugendlichen auch mit schärferem Gesetz ohne größere Probleme Alkohol bekommen. Beispielsweise besorgen ältere Freunde oder Verwandte den Jüngeren ihren heißgeliebten Alkohol. Deswegen würde es rein gar nichts nützen, das Gesetz zu ändern. Doch wenn dieses Gesetz verwirklicht werden sollte, dann wären auch mehr Kontrollen notwendig. Erst so könnte sich vielleicht eine Besserung in der Statistik zeigen.

Aber ich würde es unter keinen Umständen in die Gesellschaft einführen. Die Maßnahmen, die gegen das Komasaufen unternommen werden, konzentrieren sich viel zu sehr auf das Gesetz. Ich würde mit abschreckenden Bildern, Videos und sonstigen Materialien durch verschiedene Städte Österreichs touren, um den Kids die gravierenden Auswirkungen von Alkohol näher zu bringen.